Durch einen Test von Stiftung Warentest wurde ich auf die GenialCard der Hanseatic Bank aufmerksam. Sie war eine der wenigen Kreditkarten, die kostenlos waren.
Der Blick auf die Website überzeugte mich davon, dass diese Kreditkarte genau das ist, was ich suchte: eine kostenlose Kreditkarte für Auslandsreisen, die keine Gebühren für Fremdwährungen berechnet und die an das Girokonto meiner Hausbank gekoppelt werden kann.
Inzwischen habe ich die GenialCard auf einigen Reisen genutzt. Meine Erfahrungen teile ich in diesem Artikel mit euch.
Inhaltsverzeichnis
Gratis VISA Kreditkarte
Die GenialCard ist eine VISA Kreditkarte, die von der Hanseatic Bank mit Sitz in Hamburg ausgegeben wird. Für die Nutzung der Kreditkarte ist kein Bankkonto bei der Hanseatic Bank notwendig. Als Referenzkonto kann ein bestehendes Bankkonto bei der eigenen Hausbank genutzt werden.
Voraussetzungen für den Antrag der GenialCard:
- Mindestalter 18 Jahre
- Regelmäßiges Einkommen
- Wohnsitz in Deutschland
- Gültige Handynummer
- Handy mit Android bzw. iOs, damit die Banking App funktioniert
- Referenzkonto
Versprochen werden von der Hanseatic Bank:
- keine Jahresgebühr
- keine Gebühr bei Geldabhebungen im Ausland
- keine Fremdwährungsgebühr
- keine Gebühr bei Bargeldauszahlungen in Geschäften in Deutschland
- keine Gebühren beim Bezahlen weltweit
Die kostenlose Kreditkarte im Realitätscheck
Meine GenialCard habe ich im letzten Jahr auf einigen Reisen genutzt. Ich war in den Niederlanden, in Vietnam und in China. Nirgendwo hatte ich damit Probleme. Sowohl Bezahlen als auch Geldabheben funktionierte problemlos und tatsächlich ohne Gebühren.
Beachten sollte man jedoch, dass beim Geldabheben in Deutschland Gebühren berechnet werden. Und auch, wenn man sich für Ratenzahlung entscheidet, werden hohe Aufschläge verlangt. Nutzt man die Karte jedoch hauptsächlich im Ausland und verzichtet auf die Ratenzahlung, ist die GenialCard wirklich kostenlos.
Näheres dazu erfahrt ihr im weiteren Verlauf dieses Artikels.
Kreditkarten-Anfrage und Aktivierung
Der Antrag für die GenialCard läuft komplett online. Man wird gut durch den Vorgang geleitet und es sind nicht allzu viele Angaben notwendig.
Beim Antrag müssen folgende Daten ausgefüllt bzw. Fragen beantwortet werden:
- Persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, deutsche Handynummer und E-Mail-Adresse)
- Höhe des Einkommens
- Art der Tätigkeit
- Ist man Wohnungseigentümer oder Mieter
- Bezahlt man eine Hypothek
Nach dem Versenden des Antrags erhält man direkt Feedback. In der Nachricht steht, ob man akzeptiert wurde und wie hoch der persönliche Verfügungsrahmen im Monat ist. Die Höhe des persönlichen Limits liegt zwischen € 500,- und € 4.000,- und ist abhängig von den Angaben, die man vorab gemacht hat.
Einen Link zur Online-Identifikation erhält man anschließend per E-Mail. Man hat die Wahl zwischen dem E-Ident-Verfahren und Video-Ident. Bei E-Ident nutzt man seinen Personalausweis und die Online-Ausweisfunktion. Für den Video-Ident mit einem Mitarbeiter benötigt man einen gültigen Ausweis sowie einen Laptop oder ein Handy mit Kamera und Mikrofon.
Per E-Mail wird man über die nächsten 5 Schritte informiert. Diese wären:
- E-Mail-Adresse bestätigen
- Mobilnummer bestätigen
- Passwort festlegen
- Hanseatic Mobile App und Secure App installieren
- Wunsch-PIN festlegen in der App
Die GenialCard kommt innerhalb weniger Tage mit der Post. Um sie nutzen zu können, muss man nun noch die PIN an einem beliebigen Geldautomaten aktivieren. Dafür einfach Geld abheben, schon ist die PIN aktiv. Die Mindestabhebesumme mit der GenialCard liegt bei € 50,-.
Aber aufgepasst! Beim Geldabheben innerhalb Deutschlands fallen Gebühren in Höhe von € 3,95 an. Wenn ihr diese vermeiden wollt und dennoch in Deutschland die PIN aktivieren möchtet, gibt es einen ganz einfachen Trick.
Gebt am Automaten einfach einen Betrag unter € 50,- ein. Ihr bekommt dann zwar eine Fehlermeldung und es wird auch kein Geld ausbezahlt, aber der PIN ist dennoch aktiviert und das ganz ohne Gebühr.
Kostenlose Nutzung der GenialCard
Um die GenialCard komplett kostenlos nutzen zu können, ist es wichtig, keine Ratenzahlung zu vereinbaren. Zahlt man die mit der Kreditkarte bezahlten Ausgaben nämlich nicht am Monatsende vollständig zurück, sondern vereinbart Ratenzahlung, werden hohe Sollzinsen von über 16 % fällig.
Um die Sollzinsen zu vermeiden und die GenialCard somit kostenlos zu nutzen, muss die Rückzahlungsrate der Kreditkarte auf 100 % eingestellt werden. Damit wird der gesamte monatliche Umsatz automatisch am 25. des Monats vom Referenzkonto abgebucht.
Vorab steht im Kontoprofil die Rate leider nicht auf 100 %, sodass vor Nutzung der Kreditkarte diese Einstellung geändert werden muss, um diese Gebühren zu vermeiden. Das geht ganz einfach und schnell in der App oder auch übers Online-Banking am Computer.
Wie bereits erwähnt, kostet auch das Geldabheben in Deutschland eine Gebühr. Dennoch kann die GenialCard auch in Deutschland kostenfrei genutzt werden und zwar für:
- Bargeldauszahlungen in Geschäften, die VISA akzeptieren wie z.B. dm oder Aldi
- Bezahlen, egal ob im Geschäft oder online (Ausnahme Casino, Lotterie, Wettbüros, Wertpapierhandel)
Im Ausland ist nicht nur das Bezahlen kostenlos, auch beim Abheben am Geldautomaten werden keine Gebühren seitens der Hanseatic Bank berechnet. Auch nicht beim Abheben von Fremdwährung.
Beachten solltet ihr aber, dass dennoch Gebühren seitens der ausländischen Bank anfallen können. Erkundigt euch am besten vorab, welche Banken in eurem Reiseland für die Nutzung ausländischer Kreditkarten keine bzw. möglichst geringe Gebühren verlangen.
Unabhängig davon, ob ihr in Deutschland oder im Ausland Geld abhebt, es gilt eine Mindestabhebesumme von € 50,- bzw. der entsprechende Betrag in der fremden Währung. Der Maximumbetrag pro Tag liegt bei € 500,-.
Bezahl-Apps und Banking-Apps
Die GenialCard lässt sich problemlos mit Bezahl-Apps wie Apple Pay und Google Pay koppeln, um damit kontaktlos mit dem Smartphone zahlen zu können.
Selbst ausländische Bezahl-Apps wie das chinesische Alipay und We Chat konnte ich während meiner China-Reise mit meiner GenialCard koppeln und damit selbst Kleinstbeträge bezahlen.
Durch die Aktivierung der Push-Nachrichten in der Hanseatic Mobile App erhielt ich bei jeder Bezahlung eine Meldung aufs Handy. Der ausgegebene Betrag, ggf. umgerechnet in Euro, wurde dabei angezeigt, sodass ich einen sehr guten Überblick über meine Ausgaben hatte.
In der App erhält man außerdem eine sehr übersichtliche Auflistung aller Transaktionen, sodass man diese noch einmal überprüfen kann. Einen Kontoauszug mit allen Ausgaben gibt es am Ende des Monats zum Download.
Die Hanseatic Mobile App ist im Übrigen angenehm übersichtlich gestaltet. Sicherheit-Limits für Bezahlungen bzw. Abhebungen kann man ganz einfach selbst festlegen und auch eine Sperrung der Kreditkarte bei Verlust oder Diebstahl ist möglich.
Bezahlungen von höheren Beträgen mit der GenialCard sind übrigens noch extra abgesichert. Diese Transaktionen müssen zusätzlich durch die Hanseatic Secure App genehmigt werden. Für kleinere Beträge ist dies nicht notwendig.
.
Mein Fazit
Ich bin mit der Hanseatic GenialCard sehr zufrieden. Auf mehreren Auslandsreisen habe ich sie problemlos genutzt und es sind mir tatsächlich keinerlei Kosten entstanden. Für mich ist sie damit die ideale Reise-Kreditkarte.
Folgende Vorteile sind dabei für mich wichtig:
- Große Akzeptanz im Ausland, da VISA-Kreditkarte
- Keine Gebühren bei Nutzung im Ausland
- Keine Umrechnungsgebühren bei Bezahlungen mit Fremdwährung
- Problemlose Kopplung mit ausländischen Bezahl-Apps, Online-Diensten und Online-Shops
- Sehr gute Übersicht über alle Ausgaben und Transaktionen
Die Nachteile, wie hohe Sollzinsen bei Ratenzahlung und Gebühren bei Geldabhebungen in Deutschland, sind für mich persönlich nicht relevant und sehr einfach zu umgehen.
Beantragen könnt ihr die GenialCard direkt über die Website der Hanseatic Bank. Dort findet ihr auch weitere Informationen und die aktuellen Konditionen.









